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Die unterschätzte CO₂-Steuer: Warum Unternehmen 2027 vor einer Kostenexplosion stehen könnten

  • steffenschmauder
  • 3. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

2027 wird ein Wendepunkt für Unternehmen in Europa. Mit dem Start des neuen EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS 2) endet die Phase stabiler, politisch festgelegter CO₂-Preise. Viele Firmen unterschätzen die Tragweite – dabei könnten die kommenden Jahre die Kostenstrukturen zahlreicher Branchen grundlegend verändern.


Das ändert sich 2027 – der Übergang ins EU-ETS 2

Deutschland hat seit 2021 einen nationalen CO₂-Preis:

  • 2021: 25 €/t

  • 2025: 55 €/t

  • 2026: 55–65 €/t

Quelle: lexware.de


Ab 2027 übernimmt das neue EU-ETS 2 – ein eigenständiges EU-Emissionshandelssystem für Wärme, Verkehr und weitere Sektoren. Damit wird der Preis nicht mehr staatlich festgelegt, sondern durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Quelle: Umweltbundesamt (UBA)



Warum das den Preis massiv beeinflussen kann


Der Marktmechanismus bedeutet:

  • Zertifikate können knapp werden

  • Nachfrage kann stark schwanken

  • Preise können schnell ansteigen


Expertenschätzungen reichen von moderaten 70 € bis weit über 300 € pro Tonne CO₂.


Warum Unternehmen das Risiko unterschätzen


Trügerische Sicherheit durch die Preisobergrenzen bis 2026


Die letzten Jahre mit moderaten Preisen haben viele in einer Komfortzone gelassen. Doch diese Obergrenzen gelten nur noch bis Ende 2026.


Fehlende Kostenprognosen und unklare Auswirkung auf Lieferketten


Viele Unternehmen:

  • errechnen die möglichen Preissprünge nicht,

  • kalkulieren Projekte ohne CO₂-Kosten-Risiko,

  • vernachlässigen indirekte Preiswirkungen (Material, Transport, Energie).

Das sorgt für erhebliche Planungsrisiken.

Mögliche wirtschaftliche Folgen ab 2027


Deutliche Kostensteigerungen


Unternehmen mit fossilen Brennstoffen wie Gas, Öl, Diesel oder energieintensiven Prozessen sind besonders betroffen. Schon moderate Steigerungen können zu massiven Mehrkosten führen.


Standort- und Wettbewerbsdruck

Regionen außerhalb der EU mit geringerer oder fehlender CO₂-Bepreisung können durch Preisvorteile Marktanteile gewinnen.


Transformationsdruck auf ganze Branchen

Betroffen sind besonders:

  • Industrie (Chemie, Stahl, Metall)

  • Logistik & Transport

  • Produktion und Gewerbe

  • Energieintensive Dienstleistungsbereiche



Was Unternehmen jetzt tun sollten


1. CO₂-Risiko sichtbar machen

Verbrauch, Emissionen und CO₂-Kosten für verschiedene Szenarien (70 €, 150 €, 300 €/t) analysieren.


2. Energieeffizienz & Erneuerbare priorisieren

Investitionen in Effizienz, Prozesswärme, Wärmepumpen, Gebäudeoptimierung und grüne Energien helfen, Kostensteigerungen abzufedern.


3. Lieferketten und Produktion überprüfen

CO₂-intensive Materialien und Transportwege identifizieren und Alternativen prüfen.


4. Strategien langfristig anpassen

Unternehmen, die früh reagieren, können Wettbewerbsvorteile sichern und Risiken minimieren.



Fazit

Die CO₂-Bepreisung war bisher ein kalkulierbares politisches Instrument. Doch ab 2027 wird sie zu einem volatilen Marktrisiko – mit potenziell dramatischen Auswirkungen auf Kosten, Produktion und Wettbewerbsfähigkeit. Wer die Entwicklung unterschätzt, riskiert teure Überraschungen. Wer jetzt handelt, kann die Transformation jedoch als strategische Chance nutzen.

 
 
 

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